Der Außenseiter unter den Außenseitern

Hier mal ein persönlicher Beitrag über meine Schulzeit, den ich einfach mal loswerden wollte!

Wenn man an die Schulzeit zurück denkt, erinnert sich der Eine oder Andere eventuell daran, wie es immer Grüppchen und Cliquen gibt. Übrig bleiben die Außenseiter, die sich irgendwann zusammentun, durch ihr Anders-Sein zueinander finden und gute Freunde werden…Nun ja, meine Geschichte war das nicht!

Als Kind war ich weird. Ich glaube, dass Kinder das intuitiv spüren konnten. Vor allem in meiner Grundschulzeit hatte ich keine richtige gemeinsame Basis mit den Anderen, nicht nur, weil meine Art zu kommunizieren anders war, sondern primär, da das, was ich interessant fand und das, was die Anderen interessant fanden, scheinbar kaum Überschneidungen hatte. In den Pausen aß ich meistens alleine auf einer Bank auf dem Pausenhof mein belegtes Brot und betete, dass mich niemand einladen würde, Fangen zu spielen (oder andere Gruppenspiele, aber fast immer war es Fangen), denn mir war, warum auch immer, nicht bewusst, dass eine Einladung freiwillig ist, weshalb ich mich immer verpflichtet gefühlt habe, diese anzunehmen und um ehrlich zu sein, ich habe dieses Spiel gehasst. Wenn man sich im Musikunterricht ein Lied zum Vorsingen, oder für den Wandertag eine Aktivität aussuchen musste, war ich meistens die einzige, die sich für Option X entschieden hatte, während der Rest Option Y oder Z wählte.

Bis jetzt klingt das, wie die typische Außenseiter Geschichte, aber versprochen, der Plot Twist kommt noch! Denn obwohl ich eine gewisse „social Unawareness“ hatte, gab sie mir eine starke Festigung in meiner Individualität und einen damit verbundenen Eigensinn. Es störte mich meistens nicht, dass niemand meine Art zu denken teilte, denn die meisten Dinge konnte ich alleine eh viel besser! Bis ich ins Gymnasium kam, empfand ich mein Außenseiter-Sein nie als Belastung, sondern eher als Fakt und machte das Beste daraus. Deshalb hatte ich auch keine negative Gefühle den Kindern gegenüber, die mich ausgrenzten, da dies für mich zumindest auf eine Art Gegenseitigkeit beruhte.

Was ich retrospektiv interessant finde, ist, dass diese Einstellung vermutlich der Grund war, warum die anderen Außenseiter mit mir nie relaten konnten. Meine Erfahrung war schließlich eine gänzlich andere und meine Art, damit umzugehen wirkte wohl sehr eigenartig. Was mich zum Titel dieses Beitrags führt: ich war nicht nur der Außenseiter in meiner Klasse, sondern sogar der Außenseiter unter den Außenseitern. Und ich war okay damit.

Als ich jedoch aufs Gymnasium kam, wurden die intersozialen Strukturen etwas komplizierter und ich hatte auch meine ersten Selbstfindungsphasen, die teilweise etwas peinlich waren, aber lassen wir das. Plötzlich hatte ich zum ersten Mal den Wunsch, Freunde zu finden, die nicht nur mein Bruder waren, doch so richtig Ahnung, wie man das macht, hatte ich nicht, also war es bei so ein klassischer Trial and Error Approach, der für meine Verhältnisse ganz gut geklappt hat. Doch es zog sich ein gewisses Muster durch meine Freundschaften durch, denn trotz der vereinzelten Freundschaften hier und da, war ich nie länger, als zwei Jahre mit der Person, mit der ich was aufgebaut hatte, in einer Klasse, da unsere Klassen immer wieder durchgemischt wurden. In den meisten Fällen war es eigentlich ein Jahr. Und mit dem Rest hatte ich sehr neutrale Beziehungen, war aber allgemein sehr reserviert und höflich, was vermutlich sehr verwirrend für meine Klassenkameraden war, da ich nie auf Mobbingversuche oder ähnliches so richtig eingegangen bin, bzw. überhaupt mitbekommen habe.

Trotzdem habe ich immer gespürt, dass ich ausgegrenzt wurde und das hat mich immer viel zum Nachdenken bewegt. „Warum bin ich so falsch, dass niemand was mit mir zu tun haben will?“, oder „Gibt es niemanden auf dieser Welt, der so ist, wie ich?“, waren so Dinge, die mein Selbstbewusstsein ganz schön in den Arsch getreten haben.

Inzwischen habe ich eine ziemlich gutes Verhältnis zum Anders-Sein und bin in einigen Punkten auch dankbar, dass meine Erfahrung mir so viel beigebracht hat (An dem Selbstbewusstsein arbeite ich aber noch lol). Mir ist bewusst, dass es oft hart und einsam ist, sich nirgendwo zugehörig zu fühlen, denn wenn es niemanden gibt, der einen versteht, muss man sich immer selbst aufbauen und ja, das ist verdammt anstrengend. Deshalb an alle Fellow Außenseiter da draußen: Nicht aufgeben und stay strong!!!

Man Selbst, die Umwelt und die Anderen

Esum Modell

Ich habe dank der Inspiration vom Buch/Film „Das Parfüm“ darüber nachgedacht, was eine gute Lebensdynamik ausmacht und wie man eine solche für sich umsetzen könnte. Natürlich ist das nur mein persönlicher Ansatz und sollte auch als solcher verstanden werden. Es ist keine Lebensanleitung, obwohl sowas manchmal durchaus sehr nützlich sein könnte, sondern eher eine von vielen Arten, wie ich mich eventuell selbst in die Ordnung des Universums einordnen könnte.

1. Definition einer guten Dynamik

Eine Dynamik ist ja erstmal etwas, das in Bewegung ist, also Energiefluss. Eine gute Dynamik ist also ein Zustand, in dem die Energie stets in Bewegung bleiben kann, ohne zu stauen. Dabei ist entscheidend, dass sich der Fluss nicht im Kreis bewegt, sondern in einer Schleife.

Energie die im Kreis fließt, ist nicht für den Austausch geeignet, den wir ja im Optimalfall ansteuern wollen. Eine Schleife hingegen ist ein Energiefluss, der in alle Richtungen gelangen kann und somit dynamisch ist!

Diesen Energiefluss bezeichne ich ab hier als Energieschleife (E).

Kreis vs Schleife

2. Die drei Ausgangspositionen

Energiefluss Modell

Ich habe für mich selbst folgende drei Pole gewählt, die ich miteinander in Relation setzen möchte.

  • Die Beziehung zu sich selbst; Wie man denkt, fühlt, wahrnimmt, wie gut man mit sich selbst klar kommt, wie man sich selbst verwirklicht, etc.
  • Die Beziehung zur Umwelt; Die grundlegende Lebenslage, in der man sich befindet, wo man lebt, was man den ganzen Tag macht, materielle Sicherheit, etc.
  • Die Beziehung zu anderen Menschen; Freundschaften, Partnerschaften, Familie, Kollegen, Nachbarn, Menschen, die einen regelmäßig umgeben, direkt oder indirekt, Menschen, zu denen man immer wieder Kontakt hat, allgemein Gesellschaft um einen herum.

3. Die Zusammenhänge

Die Idee dahinter ist, dass es im Leben darum geht, in diesen drei Punkten eine gesunde Balance zu finden, da ansonsten die Möglichkeit besteht, in einen der Punkte zu viel Energie zu stecken, was dann zum Burnout führt.

Es = Energieschleife in einem selbst
Eu = Energieschleife der Umwelt
Em = Energieschleife in anderen Menschen
Esu = Energieschleife zwischen einem selbst und der Umwelt
Esm = Energieschleife zwischen einem selbst und anderen Menschen
Eus = Energieschleife zwischen der Umwelt und einem selbst
Eum = Energieschleife zwischen der Umwelt und anderen Menschen
Ems = Energieschleife zwischen anderen Menschen und einem selbst
Emu = Energieschleife zwischen anderen Menschen und der Umwelt

Man Selbst (s)Die Umwelt (u)Andere menschen (m)
SEs entsteht im Prozess, indem man den eigenen Flow im Kopf sicherstellt, was man durch Selbstreflexion in Angriff nimmtEsu ist die Art, wie man auf seine Umwelt eingeht, wie viel man davon wahrnimmt und wie sehr man damit räsoniert Esm ist die Attitüde, die man im Umgang mit anderen Leuten an den Tag legt und mit welcher Einstellung man an andere Leute zugeht
UEus sind die Umwelteinflüsse, die man nicht kontrollieren kann und wie man damit umgehtEu ist das Kreieren einer sicheren Umgebung, in der man sich ohne so stressfrei wie, möglich frei entfalten kannEum ist das Beobachten, wie die Umwelteinflüsse auf andere Menschen wirken und wie positiv/negativ der Vibe zwischen der Umwelt und den Menschen ist
MEms ist die Art, wie die Leute auf einen selbst zugehen und wie andere auf einen reagieren Emu ist die gängige Verhaltensweise der Menschen um einen herum und wie sie mit der gegebenen Umwelt umgehenEm ist ein stabiles, soziales Netz, welches sich erfüllend im zwischenmenschlichen Austausch anfühlt und frei von toxischen Beziehungen ist
Die Bedeutung der einzelnen Beziehungen untereinander

4. Fazit

Wenn alle diese Punkte in sich den perfekten Flow haben, sollte theoretisch auch das allgemeine Lebensgefühl richtig geil sein, jedoch wäre das natürlich nur eine Utopie, die höchstens auf dem Papier existieren kann.
Trotzdem macht es Sinn im Laufe seines Lebens immer wieder hier und da an den einzelnen Baustellen zu arbeiten, um sich Stück für Stück and diese „Utopie“ anzutasten und vielleicht Seiten des Lebens kennenlernen, die einem davor vorenthalten waren. Denn es geht schließlich darum, niemals damit aufzuhören, an sich selbst zu wachsen und bis zum Schluss nicht stagniert zu haben. So wäre immer ein Energiefluss da!

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