Post-gymnasiales Belastungssyndrom – Eine Reflexion persönlicher Erfahrungen

Essay vom Oktober 2020

Angewandte Sozialisierung und soziopolitischer Einfluss auf Bildungsprozesse im bayrischen Abitur

Das Leben ist wert, erkannt zu werden, sagt die Wissenschaft.

F. Nietzsche

Das Leben ist wert, antithetisch erörtert, in Primzahlen zerlegt, ins Lateinische übersetzt und mit einem blauem Marker unterstrichen zu werden, ergänzt das „Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen“. Bloß nicht mit Rot, liebe Kinder, denn Rot ist die unantastbare Farbe eurer geistigen Vorbilder!

Die jugendliche „Bildungselite“, so wurde es uns jahrelang gepredigt, strebe scheinbar, damals, wie heute, wenn nicht bereits zu Zeiten der Industrialisierung, nach dem strahlenden Licht der hohen Anerkennung innerhalb eines Systems, was den Gleichsten der Gleichen, der der Beste darin sein soll, gleich zu sein, bejubelt und auf ein Podest stellt. 

Max Mustermann wäre zu Tränen gerührt, könnte er bloß mitansehen, wie seine Abkömmlinge die Praktiken der Fließbandarbeit mit Fleisch und Blut absorbiert haben, während der Schleier des Elitarismus, sämtliche Grautöne in prachtvollen Abstufungen erstrahlen lässt. 

„Mit dem Antritt der Schulpflicht“, hatte mein Bruder vor mehr als 10 Jahren im Rahmen einer Strafarbeit verfasst, „treten auch die Menschenrechte außer Kraft“

Diese unvergessliche Einleitung blieb bis zum heutigen Tage klar und deutlich in meinem Gehirn eingebrannt, denn als legendäre Anekdote über die Mittelstufe, löste sie durchaus den einen, oder anderen intrinsischen Entwicklungsprozess aus, was mich dabei unterstützte, meine Schulzeit als Ganzes klar zu reflektieren, sowie diverse Zusammenhänge und Probleme in der Mentalität, mit welcher der sogenannte Bildungsauftrag umgesetzt wurde, als solche zu erkennen.

Auch wenn es dabei höchstwahrscheinlich nie eine andere Intention gab, als dem Lehrer eine, aus jugendlicher Rebellion heraus motivierten, Protestgeste zu setzen, war dies eine so perfekt auf den Punkt getroffene, unausgesprochene Wahrheit, sodass ein Mittelschüler das Potential, in welchem dieses kontroverse Statement unter Umständen zu hätte unvorstellbaren Spannungen führen können, niemals hätte begreifen könnte.

Etwas, was mir in meiner eigenen Kindheit und Jugend nie bewusst werden konnte, war das tatsächliche Ausmaß, in welchem auf mich seit kleinster Kindheit enormer Druck ausgeübt wurde, unabhängig davon, ob mir das nun persönlich passte oder nicht, gesellschaftskonforme Verhaltensweisen anzunehmen und diese ab dem Zeitpunkt als meine Eigenen zu implementieren. Projiziert man das jetzt auf einen großen Maßstab, wäre das nichts anderes, als die opportunistische Sozialisierung von Kindern, versteckt in Schulbüchern. Wenn Klein Timmi nicht endlich anfängt zu springen, wenn die Erwachsenen „Los“ rufen, wird Groß Timmi das ihm auferlegte Stigma einer diagnostizierten geistigen Behinderung, wodurch ihm der Zugang zu Förderung für immer verschlossen bleiben wird, nicht mehr los.

Hätte ich damals bloß mein Wissen oder innere Festigkeit von heute gehabt, hätte ich mir jede einzelne meiner gesellschaftlichen Zwangsjacken vom Körper gerissen, womit ich fundamental anders mit diesem Gefängnis der Anpassung hätte umgehen können, welches seine Basis für eine unterwürfige Arbeiterkultur, in den staatlichen Kinder- und Jugend-Gehirnwäschereien tief verankert hat, was wir dann wiederum als Schulpflicht kennen.

Kreatives Denken wird ausschließlich innerhalb konventionell genehmigter Grenzen zugelassen, womit die Illusion des freien Willens zu einem Instrument für die Durchsetzung eines egogetriebenen Konkurrenzdenkens wird. So unterscheiden sich doch die vielen Schulformen, aus einer thematischen Sicht heraus, primär erstmal nur in der Art und Weise, dem heranwachsendem Steuerzahler von morgen, das Konzept von „work—buy—consume—die“ näherzubringen. Das Konzept als solches existiert bildungsniveauunabhängig. Gleichzeitig ist die einfachste, konkurrenz-fördernde Disziplin unter dieser Form der Erziehung der Schwanzvergleich.

Eine solche Ausprägung des Konkurrenzdenkens füht sich ohne Zweifel in Bayern zu Hause, wo sich jeder Schüler, spätestens beim Eintritt in die gymnasiale Oberstufe, einen darauf runterholen kann, laut Eltern und Lehrern, den heiligen Gral vom Abitur Deutschlands anzutreten. Solch eine Errungenschaft sei einem ausgeklügelten Konstrukt zu verdanken, welches durch generationsübergreifende Indoktrinierung, die Furcht vor Fehler und Versagen, zum leitenden Katalysator für Leistung erhebt.

Generalisierte Angststörung nach dem ICD-10 (F41.1) gibt es übrigens zu der allgemeinen Hochschulreife einfach so obendrauf! Allerdings sei es nur einigen wenigen Spitzenreitern von dieser unfreiwilligen Disziplin vergönnt, in eine als Gymnasium getarnte Foltereinrichtung glorreich zurückkehren zu dürfen, stolz beschmückt mit einer, im Lehramtsstudium erworbenen Auszeichnung für angewandte Misanthropie, sowie, im Idealfall, einem zusammenhangslosen Cluster fuck an Halbwissen, sodass die heiligen Lehren der Idiokratie, auch den kommenden Generationen von unvoreingenommenen Schulkindern, stets Kummer und Frust bereiten würden.

Das Leben ist wert, gelebt zu werden, sagt die Kunst, die schönste Verführerin.

F. Nietzsche

Doch wehe, ein Jünger gymnasialer Bildung habe sich, außerhalb akademisch greifbarer Grenzen, von nonkonformistischen Götzen, zu unorthodoxen Gedankenverbrechen verführen lassen, so bleibt es, nach Abiball und Zeugnisvergabe, nur noch der Psychiatrie überlassen, alle verlorenen Seelen im ordinären Licht zu sammeln, und sie, von dessen Schein und Glanz gehütet, in diversen Adaptionen, unter Berücksichtigung individueller Diversitätslosigkeit, neuzuvermarkten.

Der Außenseiter unter den Außenseitern

Hier mal ein persönlicher Beitrag über meine Schulzeit, den ich einfach mal loswerden wollte!

Wenn man an die Schulzeit zurück denkt, erinnert sich der Eine oder Andere eventuell daran, wie es immer Grüppchen und Cliquen gibt. Übrig bleiben die Außenseiter, die sich irgendwann zusammentun, durch ihr Anders-Sein zueinander finden und gute Freunde werden…Nun ja, meine Geschichte war das nicht!

Als Kind war ich weird. Ich glaube, dass Kinder das intuitiv spüren konnten. Vor allem in meiner Grundschulzeit hatte ich keine richtige gemeinsame Basis mit den Anderen, nicht nur, weil meine Art zu kommunizieren anders war, sondern primär, da das, was ich interessant fand und das, was die Anderen interessant fanden, scheinbar kaum Überschneidungen hatte. In den Pausen aß ich meistens alleine auf einer Bank auf dem Pausenhof mein belegtes Brot und betete, dass mich niemand einladen würde, Fangen zu spielen (oder andere Gruppenspiele, aber fast immer war es Fangen), denn mir war, warum auch immer, nicht bewusst, dass eine Einladung freiwillig ist, weshalb ich mich immer verpflichtet gefühlt habe, diese anzunehmen und um ehrlich zu sein, ich habe dieses Spiel gehasst. Wenn man sich im Musikunterricht ein Lied zum Vorsingen, oder für den Wandertag eine Aktivität aussuchen musste, war ich meistens die einzige, die sich für Option X entschieden hatte, während der Rest Option Y oder Z wählte.

Bis jetzt klingt das, wie die typische Außenseiter Geschichte, aber versprochen, der Plot Twist kommt noch! Denn obwohl ich eine gewisse „social Unawareness“ hatte, gab sie mir eine starke Festigung in meiner Individualität und einen damit verbundenen Eigensinn. Es störte mich meistens nicht, dass niemand meine Art zu denken teilte, denn die meisten Dinge konnte ich alleine eh viel besser! Bis ich ins Gymnasium kam, empfand ich mein Außenseiter-Sein nie als Belastung, sondern eher als Fakt und machte das Beste daraus. Deshalb hatte ich auch keine negative Gefühle den Kindern gegenüber, die mich ausgrenzten, da dies für mich zumindest auf eine Art Gegenseitigkeit beruhte.

Was ich retrospektiv interessant finde, ist, dass diese Einstellung vermutlich der Grund war, warum die anderen Außenseiter mit mir nie relaten konnten. Meine Erfahrung war schließlich eine gänzlich andere und meine Art, damit umzugehen wirkte wohl sehr eigenartig. Was mich zum Titel dieses Beitrags führt: ich war nicht nur der Außenseiter in meiner Klasse, sondern sogar der Außenseiter unter den Außenseitern. Und ich war okay damit.

Als ich jedoch aufs Gymnasium kam, wurden die intersozialen Strukturen etwas komplizierter und ich hatte auch meine ersten Selbstfindungsphasen, die teilweise etwas peinlich waren, aber lassen wir das. Plötzlich hatte ich zum ersten Mal den Wunsch, Freunde zu finden, die nicht nur mein Bruder waren, doch so richtig Ahnung, wie man das macht, hatte ich nicht, also war es bei so ein klassischer Trial and Error Approach, der für meine Verhältnisse ganz gut geklappt hat. Doch es zog sich ein gewisses Muster durch meine Freundschaften durch, denn trotz der vereinzelten Freundschaften hier und da, war ich nie länger, als zwei Jahre mit der Person, mit der ich was aufgebaut hatte, in einer Klasse, da unsere Klassen immer wieder durchgemischt wurden. In den meisten Fällen war es eigentlich ein Jahr. Und mit dem Rest hatte ich sehr neutrale Beziehungen, war aber allgemein sehr reserviert und höflich, was vermutlich sehr verwirrend für meine Klassenkameraden war, da ich nie auf Mobbingversuche oder ähnliches so richtig eingegangen bin, bzw. überhaupt mitbekommen habe.

Trotzdem habe ich immer gespürt, dass ich ausgegrenzt wurde und das hat mich immer viel zum Nachdenken bewegt. „Warum bin ich so falsch, dass niemand was mit mir zu tun haben will?“, oder „Gibt es niemanden auf dieser Welt, der so ist, wie ich?“, waren so Dinge, die mein Selbstbewusstsein ganz schön in den Arsch getreten haben.

Inzwischen habe ich eine ziemlich gutes Verhältnis zum Anders-Sein und bin in einigen Punkten auch dankbar, dass meine Erfahrung mir so viel beigebracht hat (An dem Selbstbewusstsein arbeite ich aber noch lol). Mir ist bewusst, dass es oft hart und einsam ist, sich nirgendwo zugehörig zu fühlen, denn wenn es niemanden gibt, der einen versteht, muss man sich immer selbst aufbauen und ja, das ist verdammt anstrengend. Deshalb an alle Fellow Außenseiter da draußen: Nicht aufgeben und stay strong!!!

Absurde Trivialitäten [PART 1]

Wer kennt sie nicht, die kleinen, subtilen Situationen des Alltags im Umgang mit anderen Leuten, bei denen man einfach jedes Mal mit dem Kopf schütteln könnte. „Dabei wäre es so viel einfacher, wenn …“, denk man sich jedes Mal, wenn sein Gesprächspartner auf eine total unverständliche Weise auf einen reagiert. Und trotzdem sind wir irgendwie alle zu einem gewissen Grad Jener schuldig.

Leider reicht es nicht, im Internet „FUCK THE SYSTEM!“ kundzugeben, um ein gegenseitiges Verständnis mit seinen Mitmenschen aufzubauen, deshalb habe ich 5 Mysterien der menschlichen Verhaltenspsychologie, mit denen ich persönlich am wenigsten was anfangen kann, nach Nervigkeit, Verwirrung, Stresslevel und Unnötigkeit in einem 5-Sterne System bewertet, verglichen und anschließend in eine Top-5 Liste gepackt! Selbstverständlich, als der Armchair Psychologe, der ich bin, konnte ich nicht anders, als mir zu jedem Punkt eine potentielle Erklärung aus dem Arsch zu ziehen, welche gerne hinterfragt werden darf!

Disclaimer: Das ist wieder mal nur meine subjektive Meinung und dient nur der Unterhaltung!

Die Charaktere:

Um alles ein bisschen anschaulicher zu gestalten, gibts zu jedem Punkt einen Comic Strip. Die mit dem Dutt bin ich und mit den offenen Haaren ist eine Beispiel Person, welche ich im Folgenden als BP abkürzen werde.

An diejenigen, die mich persönlich kennen: Es soll niemanden von euch konkret darstellen! Ebenfalls sind diese Comics nur verallgemeinerte Karikaturen von Verhaltensarten, die mir bei verschiedenen Leuten generell aufgefallen sind.

Also bitte nicht zu ernst nehmen! 😉

Bewertungsskala in ⭐️

Nervigkeit: Wie sehr nervt mich, wenn das passiert?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Verwirrung: Wie sehr bringt mich sowas aus dem Konzept?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Stresslevel: Wie viel Stress verursacht das bei mir?
(0: gar keinen; 5: extrem viel)

Unnötigkeit: Wie unnötig finde ich das?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Platz 5: Starren und Schweigen

Die Situation:

Man schweigt und starrt, starrt und schweigt und wartet, bis BP den Anfang macht, doch es kommt einfach nichts. Dabei hieß es noch vor 10 Minuten: „BP will mit dir dringend sprechen!„… Alles klar …

Typisches Setting:

Erstaunlicherweise oft im Umgang mit sog. Autoriätspersonen, wie Dozenten, Ärzten, usw.
Oder wenn der Andere beleidigt ist.

Mein Problem damit:

Warum muss ich denn ein Gespräch initiieren, wenn ich selber überhaupt nichts zu sagen habe? Wird von mir erwartet, intuitiv zu wissen, was der Andere will? Hab ich was verbrochen? Ist BP sauer? Oder hab ich mal wieder was nicht mitbekommen? Ich bin doch kein Gedankenleser! Sowas verunsichert mich nur und kostet unnötig viel Zeit.

Was imo sinnvoller wäre:

Einfach sagen, was los ist, Duh.

Armchair Psychology Explains:

Also entweder ist das irgendein Ausdruck der Unsicherheit, eine Art Machtspielchen oder es wird echt erwartet, dass ich Gedanken lese…Ach, was weiß ich…Wenn Einer dieses Mysterium gelöst hat, bitte lasst es mich wissen!

Platz 4: Unterbrechende Besserwisser

Die Situation:

Schon allein als isolierte Instanz ist unterbrochen zu werden sehr irritierend, aber irgendwie auch sehr menschlich, also ist es ja nicht so schlimm … es sei denn, BP meint auf einmal, sich einbilden zu müssen, einen gar nicht mehr ausreden zu lassen, weil „eh klar ist, was man sagen wollte„. Mit voller Überzeugung beginnt BP daraufhin eine Aussage auseinanderzunehmen, die es nie gegeben hat.

Typisches Setting:

Je kontroverser das Thema und je polarisierter die Meinungen, desto höher ist die Besserwisser-Quote!

Mein Problem damit:

Erklärt sich von selbst, denke ich. Plus, es macht den Gesprächsfluss kaputt! Und es ist unhöflich.

Was imo sinnvoller wäre:

Ausreden lassen wäre nett! Vielleicht auch weniger defensiv sein, wenn man darauf hingewiesen wird.

Armchair Psychology Explains:

Hat vielleicht was mit der Impulskontrolle der Person zu tun. Oder es ist einfach ein Besserwisser.

Platz 3: „It’s my way or the high way!“

Die Situation:

Erst ungefragt die eigene Meinung als einzig mögliche Wahrheit rausposaunen und dann beleidigt sein, wenn diese nicht angenommen wird, als wäre das ein persönlicher Angriff.

Typisches Setting:

Bevor das jetzt jemand falsch versteht, ich meine hiermit AUSSCHLIEßLICH Situationen, wo die einzige Begründung ist „Aber ICH mache das anders!“. Wenn es um Skills geht, bei denen der Andere einfach mehr Ahnung hat, oder er mir legitim erklären kann, warum es eine bessere Methode gibt, sehe ich überhaupt kein Problem damit. Zumal sind diese Leute meistens auch nicht sofort beleidigt, wenn ich ihre Tipps nicht annehme.
Währenddessen sind diejenigen, die ich hiermit meine, scheinbar nicht in der Lage, nachzuvollziehen, warum ich mich über sowas austauschen wollen würde, wenn ich keine weisen Ratschläge vom Meister höchstpersönlich hören will.

Mein Problem damit:

Niemand hat nach deiner Meinung gefragt, BP!
Warum fühlen sich manche Menschen sofort angegriffen, und werden richtig butthurt, wenn man ihre Vorschläge anlehnt? Ist das denn so absurd, einfach von seinen Plänen erzählen zu wollen?

Was imo sinnvoller wäre:

Seine persönliche Erfahrung zu teilen ist ja schön und gut, aber vielleicht sollte man im Kopf behalten, dass unterschiedliche Ansätze sehr wohl friedlich nebeneinander koexistieren können, ohne, dass es ein „Richtig“ oder „Falsch“ geben muss. Es ist auch viel leichter, jemanden zum Zuhören zu bewegen, wenn man den rechthaberischen Ton ein bisschen runterschraubt.

Armchair Psychology Explains:

Auf mich wirken solche Leute immer so, als hätten sie Probleme mit ihrem Ego, in welcher Form auch immer.

Platz 2: Hauptsache Widersprechen

Die Situation:

Man redet über ein Thema, worüber man sehr viel weiß, wird aber andauernd unterbrochen, hinterfragt und angezweifelt wird, nur, um dann festzustellen, dass BP überhaupt nicht weiß, wovon er redet und einfach widerspricht des Widersprechens willen.

Typisches Setting:

Diskussionen über Themen, wo ich mich gut auskenne.

Mein Problem damit:

Ich empfinde diese Atmosphäre als extrem toxisch und tatsächlich habe ich beobachten können, dass es bei mir die klassischen, körperlichen Stresssymptome auslöst, wie erhöhten Herzschlag, Anspannung der Muskeln, schnellere Atmung, usw. und um ehrlich zu sein, ist es mir einfach nicht wert, da ich in den meisten Fällen nicht einmal etwas daraus mitnehmen kann.

Was imo sinnvoller wäre:

Subjektive Meinungen auch als solche formulieren, anstatt stundenlang eine Position auszudiskutieren, die lediglich in unbelegten Annahmen fundiert ist. Ich bestreite ja nicht, dass die „Friedlich-ausreden-lassen-und-Fragen-stellen“–Methode manch Einem heftige Grundschul-Vibes verleihen kann, aber sollte es nicht eigentlich das Ziel von Beiden sein, das eigene Wissen zu erweitern und nicht, eine Diskussion zu gewinnen?

Armchair Psychology Explains:

Anscheinend gibt es einfach Menschen auf dieser Welt, die diese Art des Informationsaustausches bevorzugen, warum auch immer.

Platz 1: Special Snowflake

Die Situation:

Man beginnt, sich emotional zu öffnen, teilt intime Details aus seinem Leben, dann traut man sich endlich, dieses eine sehr persönliche Problem anzusprechen, das man gerade hat oder mal hatte und wird abgewürgt mit einem Spruch, wie:
„Das Leben ist halt so, alle anderen kommen ja auch damit klar!“
Sollte man widersprechen, versucht BP einen umso mehr davon zu überzeugen, dass man falsch liege, bis man nachgibt und die Lust daran verliert, weiter darüber zu reden.

Typisches Setting:

Oft bei Mental Health Topics, aber allgemein bei jeder Sorte von Problemen.

Mein Problem damit:

Erstens, Probleme sollten kein Wettbewerb sein!!! und nur, weil andere auch leiden, leidet man davon nicht weniger.
Zweitens fühlt es sich für mich immer sehr diskreditierend und trivialisierend an, weil es in meinen Augen impliziert, ich würde sozusagen viel Lärm um nichts machen.
Drittens sorgt es für Verwirrung und bringt mein Konzept von Normalität durcheinander. Außerdem macht es wenig Sinn, subjektive Erfahrungen anzufechten, wenn man nicht den vollen Kontext hat.

Was imo sinnvoller wäre:

Ich denke, dass es prinzipiell gar nicht so verkehrt ist, in manchen Dingen hinterfragt zu werden, da es ja auch hilfreich für die eigene Selbst-Reflexion ist. Aber die Art und Weise, wie man sowas rüberbringt, macht enorm viel aus! Anstatt sich einfach das Recht rauszugreifen, darüber zu urteilen, wo eine subjektive Erfahrung auf der Skala der gesamten Menschheit einzuordnen wäre, könnte man einfach nachfragen, warum der Andere so empfindet.

Armchair Psychology Explains:

Mir wurde gesagt, dass angeblich Leute versuchen, einem das Gefühl zu geben, dass man nicht alleine mit seinem Problem ist. Zwischen welchen Zeilen das allerdings GENAU steht, kann ich bei bestem Willen nicht sagen, für mich klingt das nur herablassend.
Ich kann mir auch vorstellen, dass einige Menschen es als arrogant ansehen, wenn man von sich selbst behauptet, man sei anders als die Anderen.

Kleiner Rant

Ein kleiner Rant für zwischendurch: Aufgrund einer kleinen Auseinandersetzung, in der ich mich momentan befinde, ist mir aufgefallen, dass ich einfach richtig gefickt bin, wenn ich in eine Diskussion reingezogen werde.

Wenn ich rational reagiere, wird mir vorgeworfen, ich sei offensiv und würde „immer weiter diskutieren“ und sei angreifend, reagiere ich jedoch emotional, wird gesagt, „so könne man mit mir eh nicht reden“, also habe ich schon verloren, wenn ich nicht jedem Einzelnen bereit bin, brav in den Arsch zu kriechen und immer schön höflich und zuvorkommend zu sein.

Selbst wenn meine Gefühle absolut nichts mit der Person zu tun haben, der Fakt, dass ich es gewagt habe, in deren Anwesenheit, oh Gott bewahre, nicht 100%ig auf sie einzugehen oder, Jesus Christus im Himmel, NEGATIVE GEFÜHLE GEZEIGT HABE….ja, dann ist es wohl meine instabile Psyche, die den ganzen „Konflikt“ verursacht hat lol

Ich geb’s auf ey…

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