Absurde Trivialitäten [PART 1]

Wer kennt sie nicht, die kleinen, subtilen Situationen des Alltags im Umgang mit anderen Leuten, bei denen man einfach jedes Mal mit dem Kopf schütteln könnte. „Dabei wäre es so viel einfacher, wenn …“, denk man sich jedes Mal, wenn sein Gesprächspartner auf eine total unverständliche Weise auf einen reagiert. Und trotzdem sind wir irgendwie alle zu einem gewissen Grad Jener schuldig.

Leider reicht es nicht, im Internet „FUCK THE SYSTEM!“ kundzugeben, um ein gegenseitiges Verständnis mit seinen Mitmenschen aufzubauen, deshalb habe ich 5 Mysterien der menschlichen Verhaltenspsychologie, mit denen ich persönlich am wenigsten was anfangen kann, nach Nervigkeit, Verwirrung, Stresslevel und Unnötigkeit in einem 5-Sterne System bewertet, verglichen und anschließend in eine Top-5 Liste gepackt! Selbstverständlich, als der Armchair Psychologe, der ich bin, konnte ich nicht anders, als mir zu jedem Punkt eine potentielle Erklärung aus dem Arsch zu ziehen, welche gerne hinterfragt werden darf!

Disclaimer: Das ist wieder mal nur meine subjektive Meinung und dient nur der Unterhaltung!

Die Charaktere:

Um alles ein bisschen anschaulicher zu gestalten, gibts zu jedem Punkt einen Comic Strip. Die mit dem Dutt bin ich und mit den offenen Haaren ist eine Beispiel Person, welche ich im Folgenden als BP abkürzen werde.

An diejenigen, die mich persönlich kennen: Es soll niemanden von euch konkret darstellen! Ebenfalls sind diese Comics nur verallgemeinerte Karikaturen von Verhaltensarten, die mir bei verschiedenen Leuten generell aufgefallen sind.

Also bitte nicht zu ernst nehmen! 😉

Bewertungsskala in ⭐️

Nervigkeit: Wie sehr nervt mich, wenn das passiert?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Verwirrung: Wie sehr bringt mich sowas aus dem Konzept?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Stresslevel: Wie viel Stress verursacht das bei mir?
(0: gar keinen; 5: extrem viel)

Unnötigkeit: Wie unnötig finde ich das?
(0: gar nicht; 5: extrem)

Platz 5: Starren und Schweigen

Die Situation:

Man schweigt und starrt, starrt und schweigt und wartet, bis BP den Anfang macht, doch es kommt einfach nichts. Dabei hieß es noch vor 10 Minuten: „BP will mit dir dringend sprechen!„… Alles klar …

Typisches Setting:

Erstaunlicherweise oft im Umgang mit sog. Autoriätspersonen, wie Dozenten, Ärzten, usw.
Oder wenn der Andere beleidigt ist.

Mein Problem damit:

Warum muss ich denn ein Gespräch initiieren, wenn ich selber überhaupt nichts zu sagen habe? Wird von mir erwartet, intuitiv zu wissen, was der Andere will? Hab ich was verbrochen? Ist BP sauer? Oder hab ich mal wieder was nicht mitbekommen? Ich bin doch kein Gedankenleser! Sowas verunsichert mich nur und kostet unnötig viel Zeit.

Was imo sinnvoller wäre:

Einfach sagen, was los ist, Duh.

Armchair Psychology Explains:

Also entweder ist das irgendein Ausdruck der Unsicherheit, eine Art Machtspielchen oder es wird echt erwartet, dass ich Gedanken lese…Ach, was weiß ich…Wenn Einer dieses Mysterium gelöst hat, bitte lasst es mich wissen!

Platz 4: Unterbrechende Besserwisser

Die Situation:

Schon allein als isolierte Instanz ist unterbrochen zu werden sehr irritierend, aber irgendwie auch sehr menschlich, also ist es ja nicht so schlimm … es sei denn, BP meint auf einmal, sich einbilden zu müssen, einen gar nicht mehr ausreden zu lassen, weil „eh klar ist, was man sagen wollte„. Mit voller Überzeugung beginnt BP daraufhin eine Aussage auseinanderzunehmen, die es nie gegeben hat.

Typisches Setting:

Je kontroverser das Thema und je polarisierter die Meinungen, desto höher ist die Besserwisser-Quote!

Mein Problem damit:

Erklärt sich von selbst, denke ich. Plus, es macht den Gesprächsfluss kaputt! Und es ist unhöflich.

Was imo sinnvoller wäre:

Ausreden lassen wäre nett! Vielleicht auch weniger defensiv sein, wenn man darauf hingewiesen wird.

Armchair Psychology Explains:

Hat vielleicht was mit der Impulskontrolle der Person zu tun. Oder es ist einfach ein Besserwisser.

Platz 3: „It’s my way or the high way!“

Die Situation:

Erst ungefragt die eigene Meinung als einzig mögliche Wahrheit rausposaunen und dann beleidigt sein, wenn diese nicht angenommen wird, als wäre das ein persönlicher Angriff.

Typisches Setting:

Bevor das jetzt jemand falsch versteht, ich meine hiermit AUSSCHLIEßLICH Situationen, wo die einzige Begründung ist „Aber ICH mache das anders!“. Wenn es um Skills geht, bei denen der Andere einfach mehr Ahnung hat, oder er mir legitim erklären kann, warum es eine bessere Methode gibt, sehe ich überhaupt kein Problem damit. Zumal sind diese Leute meistens auch nicht sofort beleidigt, wenn ich ihre Tipps nicht annehme.
Währenddessen sind diejenigen, die ich hiermit meine, scheinbar nicht in der Lage, nachzuvollziehen, warum ich mich über sowas austauschen wollen würde, wenn ich keine weisen Ratschläge vom Meister höchstpersönlich hören will.

Mein Problem damit:

Niemand hat nach deiner Meinung gefragt, BP!
Warum fühlen sich manche Menschen sofort angegriffen, und werden richtig butthurt, wenn man ihre Vorschläge anlehnt? Ist das denn so absurd, einfach von seinen Plänen erzählen zu wollen?

Was imo sinnvoller wäre:

Seine persönliche Erfahrung zu teilen ist ja schön und gut, aber vielleicht sollte man im Kopf behalten, dass unterschiedliche Ansätze sehr wohl friedlich nebeneinander koexistieren können, ohne, dass es ein „Richtig“ oder „Falsch“ geben muss. Es ist auch viel leichter, jemanden zum Zuhören zu bewegen, wenn man den rechthaberischen Ton ein bisschen runterschraubt.

Armchair Psychology Explains:

Auf mich wirken solche Leute immer so, als hätten sie Probleme mit ihrem Ego, in welcher Form auch immer.

Platz 2: Hauptsache Widersprechen

Die Situation:

Man redet über ein Thema, worüber man sehr viel weiß, wird aber andauernd unterbrochen, hinterfragt und angezweifelt wird, nur, um dann festzustellen, dass BP überhaupt nicht weiß, wovon er redet und einfach widerspricht des Widersprechens willen.

Typisches Setting:

Diskussionen über Themen, wo ich mich gut auskenne.

Mein Problem damit:

Ich empfinde diese Atmosphäre als extrem toxisch und tatsächlich habe ich beobachten können, dass es bei mir die klassischen, körperlichen Stresssymptome auslöst, wie erhöhten Herzschlag, Anspannung der Muskeln, schnellere Atmung, usw. und um ehrlich zu sein, ist es mir einfach nicht wert, da ich in den meisten Fällen nicht einmal etwas daraus mitnehmen kann.

Was imo sinnvoller wäre:

Subjektive Meinungen auch als solche formulieren, anstatt stundenlang eine Position auszudiskutieren, die lediglich in unbelegten Annahmen fundiert ist. Ich bestreite ja nicht, dass die „Friedlich-ausreden-lassen-und-Fragen-stellen“–Methode manch Einem heftige Grundschul-Vibes verleihen kann, aber sollte es nicht eigentlich das Ziel von Beiden sein, das eigene Wissen zu erweitern und nicht, eine Diskussion zu gewinnen?

Armchair Psychology Explains:

Anscheinend gibt es einfach Menschen auf dieser Welt, die diese Art des Informationsaustausches bevorzugen, warum auch immer.

Platz 1: Special Snowflake

Die Situation:

Man beginnt, sich emotional zu öffnen, teilt intime Details aus seinem Leben, dann traut man sich endlich, dieses eine sehr persönliche Problem anzusprechen, das man gerade hat oder mal hatte und wird abgewürgt mit einem Spruch, wie:
„Das Leben ist halt so, alle anderen kommen ja auch damit klar!“
Sollte man widersprechen, versucht BP einen umso mehr davon zu überzeugen, dass man falsch liege, bis man nachgibt und die Lust daran verliert, weiter darüber zu reden.

Typisches Setting:

Oft bei Mental Health Topics, aber allgemein bei jeder Sorte von Problemen.

Mein Problem damit:

Erstens, Probleme sollten kein Wettbewerb sein!!! und nur, weil andere auch leiden, leidet man davon nicht weniger.
Zweitens fühlt es sich für mich immer sehr diskreditierend und trivialisierend an, weil es in meinen Augen impliziert, ich würde sozusagen viel Lärm um nichts machen.
Drittens sorgt es für Verwirrung und bringt mein Konzept von Normalität durcheinander. Außerdem macht es wenig Sinn, subjektive Erfahrungen anzufechten, wenn man nicht den vollen Kontext hat.

Was imo sinnvoller wäre:

Ich denke, dass es prinzipiell gar nicht so verkehrt ist, in manchen Dingen hinterfragt zu werden, da es ja auch hilfreich für die eigene Selbst-Reflexion ist. Aber die Art und Weise, wie man sowas rüberbringt, macht enorm viel aus! Anstatt sich einfach das Recht rauszugreifen, darüber zu urteilen, wo eine subjektive Erfahrung auf der Skala der gesamten Menschheit einzuordnen wäre, könnte man einfach nachfragen, warum der Andere so empfindet.

Armchair Psychology Explains:

Mir wurde gesagt, dass angeblich Leute versuchen, einem das Gefühl zu geben, dass man nicht alleine mit seinem Problem ist. Zwischen welchen Zeilen das allerdings GENAU steht, kann ich bei bestem Willen nicht sagen, für mich klingt das nur herablassend.
Ich kann mir auch vorstellen, dass einige Menschen es als arrogant ansehen, wenn man von sich selbst behauptet, man sei anders als die Anderen.

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