„Du bist aber reif für dein Alter!“, sagten sie…

In diesem kurzen Beitrag setze ich mich, basierend auf meiner persönlichen Erfahrung, mit der Diskrepanz zwischen den beiden „Arten von Alter“ in einer eher informalen Form auseinander.

Definition

Was bedeutet „mentales“ oder „chronologisches“ Alter? Das eine bezieht sich auf die emotionale/kognitive Reife, während das andere das Alter ist, das im Pass steht. Doch was, wenn die beiden sich unterscheiden? Und welche Auswirkung könnte das auf das Leben haben?

Ob nun an der Idee des mentalen Alters was dran ist, oder nicht, scheinen Menschen doch sehr individuell in ihrer Entwicklung zu sein, welche die emotionale Reife schließlich beinhaltet, wobei diverse Faktoren, wie Erziehung, Lebensumstände, einzelne Erlebnisse und noch vieles mehr, eine Rolle spielen. So werden Kinder, die früher Selbständigkeit erlernen, erfahrungsgemäß auch dementsprechend früher das, was man als erwachsen bezeichnen möchte. Begriffe, wie „frühreif“ (also ein Kind, das sich erwachsener verhält, als es sollte), oder „Man-child“ (also ein erwachsener Mann, der sich wie ein Kind verhält) beschreiben letztendlich nichts anderes, als besagte Diskrepanz.

Persönliche Erfahrung

In meinem Fall wurde mir einerseits immer wieder, von unterschiedlichen Personen, gesagt, ich wirke älter, als ich eigentlich bin (nicht äußerlich jedoch, da werde ich immer noch nach dem Ausweis beim Bier kaufen gefragt…mit fast 26), was im Übrigen auch für viele meiner Freunde gilt, was vermutlich einer der vielen Gründe ist, warum wir ausgerechnet uns gegenseitig gefunden haben! Im selben Atemzug wiederum heißt es „ich würde Thema xyz irgendwann schon verstehen, wenn ich älter bin“. Also was jetzt??

Diese Frage hat mich eine lange Zeit wahnsinnig gemacht, doch der Schluss, zu dem ich gekommen bin, ist: Beides! Denn mit einer solchen Diskrepanz zu leben, bringt folgendes Problem mit sich: Kognitiv fühlt man sich reif genug, um sich mit bestimmten Dingen auseinanderzusetzen, vielleicht ist man auch emotional schon reif genug, um mit Dingen auf eine Weise umzugehen, wie es Leute mit 10 Jahren Vorsprung tun würden, vielleicht überspringt man den einen, oder anderen Schritt, wenn man diesen objektiv gesehen verstanden hat und sich nicht mit langweiligen Dingen aufhalten möchte, doch da liegt auch das Problem! Denn es fehlt einem an derselben Lebenserfahrung, die jemand mit 10 Jahren Vorsprung haben würde. Ja, ja, mir ist durchaus bewusst, dass an dieser Stelle der eine, oder andere mit den Augen rollen wird. Dennoch kann ich einfach nicht leugnen, dass es Dinge gibt, die sich aus der Lebenserfahrung heraus einfach herauskristallisieren, was leider in vielen Fällen weder mit Intelligenz, noch mit harter Arbeit substituierbar ist. Auch gibt es unzählige Dinge, die bis zu einem bestimmten Alter nicht einmal realistisch möglich sind, ob es also so effizient ist, sich darüber schon im Voraus Gedanken zu machen, ist eher fragwürdig. Schließlich ist es nicht immer möglich, eine 100%ig akkurate Aussage über etwas zu treffen, was einfach noch nicht im eigenen Leben passiert ist.

Um es so kurz, wie möglich zu fassen, habe ich ein Bild ausgegraben, welches ich vor einiger Zeit mal in mein Notizbuch verewigt hatte:

Wegen chronologischem Alter: zu wenig Lebenserfahrung (Rot); Wegen mentalem Alter: gewisse Erfahrungen sind zu langweilig (Blau); trotzdem sind beide aneinander gekettet

Klar ist, dass das mentale Alter, egal, wie „reif“ man sich fühlen mag, IMMER vom chronologischen Alter abhängig ist und kann somit nicht isoliert betrachtet werden!

Fazit

Was ist also die Konsequenz einer solchen Diskrepanz? Nun, natürlich kann ich nur für mich sprechen, da meine persönliche Wahrnehmung die einzige ist, die ich als eindeutige Referenz habe, deshalb gilt die folgende Schlussfolgerung wohl primär für mich, jedoch kann ich mir vorstellen, dass so manch anderer sich bestimmt darin gewissermaßen wiederfinden könnte.

Etwas rational zu verstehen und tatsächlich die Erfahrung gemacht zu haben ist, welch ein Schock, nicht das Selbe! Ja, richtig gehört, ich wollte es auch nicht glauben! </Sarkasmus>

Spaß bei Seite, manchmal bin ich im Kopf schon sehr viel weiter, als ich es sollte. Ich rationalisiere alle mir erdenklichen Perspektiven, versuche mich auf sämtliche Reaktionen, die ich auf Situationen eventuell haben könnte, mit Plan A, B und C vorzubereiten, nicht selten habe ich ein tiefes Verständnis für Dinge außerhalb meiner geistigen Reife, jedoch nur im theoretischen Kontext und dann schlägt die Realitätsbombe ein, als hätte meine Vorarbeit absolut keinen Wert. Denn in vielen Fällen weiß man einfach noch nicht, wie man mit Sachen umgeht, die man noch nicht erlebt hat. Und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es mich nicht wahnsinnig macht, rational zu wissen, wie ich eigentlich hätte reagieren sollen, versus meine tatsächlichen Fähigkeiten, damit umzugehen.

Leider fällt mir auch nicht wirklich etwas ein, was man dagegen tun könnte und um ehrlich zu sein, glaube ich, dass ich es gut finde, wie es ist. Trotz der gelegentlichen Verzweiflung über diese unmögliche Gegebenheit, gibt sie mir auch eine durchaus sehr interessante Sicht auf die Dinge und eröffnet viele Fenster für interessante Gespräche! Denn was gibt es schöneres, als im Rausch der Gefühle, seiner Logik freien Lauf zu lassen, um im konstruktiven Dialog mit sich selbst, die Lücke der fehlenden Lebenserfahrung zu füllen!

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