Toxic positivity

„Lächle doch mal!“

„Du musst mal positiv denken!“

„Fokussiere dich doch nicht immer auf das Schlechte!“

Diesen und viele andere Sätze hören wir ständig von allen Seiten, vermutlich bereits seit frühster Kindheit. Denn wer möchte schon runtergezogen werden. Schließlich haben es andere ja viel schlimmer und die beschweren sich auch nicht…STOP!!!! Das ist genau das Mindest, was man unter „Toxic positivity“, oder auf deutsch „Toxische Positivität“ versteht, denn oft es geht darum, den Schein zu wahren.

Mental Health kommt glücklicherweise immer mehr im Dialog des Mainstreams an und die Richtung stimmt auf jeden Fall. Doch trotzdem scheinen die Menschen Emotionen „positiv“ oder „negativ“ zu bewerten, was natürlich dazu führt, dass die „positiven“ bevorzugt werden, während man den „negativen“ aus dem Weg gehen möchte.

Toxic positivity kann man sich selbst, sowie anderen gegenüber haben. Doch in beiden Fällen ist das Ziel, „negative“ Gefühle so schnell wie möglich loszuwerden, oder im besten Fall erst gar nicht zuzulassen. Das ist auch okay in einer Krisenintervention oder anderen akuten Situation. Doch was passiert langfristig, wenn wir immer ein Smiley-Pflaster auf unsere Wunden kleben, in der Hoffnung, dass es die Blutung schon irgendwie stoppen wird? Und wie oft soll das funktionieren, bis man ganz aufgibt? Geht es denn nicht darum, eine gesunde Regulation der eigenen Emotionen zu entwickeln, in der man den Umständen entsprechend glücklich, traurig, wütend oder verletzt sein kann?

Um mal zu verdeutlichen, was der Unterschied ist zwischen einem positiven Mindest und Toxischer Positivität, hier ein Beispiel:

(A: Toxic Positivity; B: Positives Mindset)

Hauptsächlich invalidiert jemand, der „toxisch positiv“ ist, das negative Gefühl von vornherein und versucht es nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ nicht zuzulassen, während jemand mit einem positiven Mindset das Gefühl als solches anerkennt und versucht, „auf das Beste zu hoffen“. Jedoch muss ich zugeben, dass der Grad manchmal durchaus sehr schmal sein kann.

Glücklicherweise sehe ich auf meinen Social Media Kanälen immer mehr Leute, die dieses Thema ansprechen und das Zeigen von Gefühlen wird auch immer akzeptierter in der Gesellschaft, auch wenn das natürlich alles ein Prozess ist.

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